Mittwoch, 30. April 2014

Wenn der weiße Flieder...

Schade, dass das Internet keine Gerüche wiedergeben kann. Denn die blühenden Frühlingsboten entfalten derzeit überall einen betörenden Duft, der sich schwer und schön über das Land legt. Als wir neulich durch Bohlsen wanderten, waren wir ganz begeistert von den vielen duftenden Fliederbüschen, die in voller Blüte stehen.
Begonnen haben wir unsere Wanderung in Hansen. Von dort aus ging es durch die Felder nach Bohlsen, immer entlang des Gerdautales. Unterwegs trafen wir diese buntgescheckten Zeitgenossen. Irgendwann verließen wir den ausgebauten Wirtschaftsweg, um im Landschaftsschutzgebiet einem verwunschenen Wanderweg zu folgen.
Rechts und links blüht die Sternmiere, die derzeit große weiße Teppiche bildet. Momo probiert schon mal aus, wie die kleinen Blüten schmecken. Vor Bohlsen folgt auf den alten Sand- und Pflasterweg wieder ein Stück Wirtschaftsweg, der von Obstbäumen gesäumt wird.
Bohlsen grüßt mit Fachwerk und Ziegeldächern und einem besonders schönen Ortskern. Im Schatten der Mühle, wo die Gerdau kurvig den Ort durchfließt, kann man wunderbar picknicken. Gleich dabei ist der Spielplatz und hinter der Brücke liegt die alte Waschbank, an der früher Wäsche gewaschene wurde.
Wer beim Picknick ein wenig lesen möchte und gerade kein Buch dabei hat, braucht übrigens keine Sorge zu haben. Wenige Schritte entfernt, in der Bushaltestelle, steht ein Bücherschrank, aus dem sich jeder ganz kostenlos ein Buch ausleihen kann. Oder tauschen. Oder mitnehmen.

Ich bin die Frau Hummel...

Gestern hat sich eine Hummel in unser Arbeitszimmer verirrt. Wir haben sie wieder nach draußen gebracht, wo sie sich sogleich auf die blauen Blüten unserer kleinen Glockenblumen gestürzt hat. Die schmeckten offenbar besser als die weiße Sternmiere daneben und gaben ihr außerdem auf dem schnellsten Weg ihre Power zurück. Ruckzuck war die kleine Hummel, die sich zuvor bewegungslos an unseren Locher geklammert hatte, wieder mobil und ging emsig ihrem Geschäft nach. Das hat sie scheinbar so sehr beschäftigt, dass sie die Nähe von uns Menschen einfach ausgeblendet hat. Obwohl Hummeln zu den Bienen gehören und wie diese wehrhaft mit einem Stachel ausgestattet sind, hat unsere kleine Dame (wir sehen sie mal als Jungkönigin an) uns nicht gestochen, ja, nicht einmal Notiz von uns genommen. Wir fanden sie so faszinierend, dass wir ein kleines - unprofessionelles - Video von ihr gedreht haben. Hier also unsere Hummel-Jungkönigin bei der Arbeit.


Montag, 28. April 2014

Bienenwachs in den Adern


Christiane Schirmer hat hat Bienenwachs im Blut. Jedenfalls im übertragenen Sinne. Die Groß Süstedterin ist sozusagen mit Bienen aufgewachsen, denn in ihrem Familienbetrieb wird seit Generationen Bienenwachs für die verschiedensten Zwecke be- und verarbeitet. Inzwischen wird das Unternehmen von ihrem Bruder Andreas geführt und Christiane Schirmer hat sich als
Leiterin des Gerdauer Kirchenchores mehr und mehr der Musik verschrieben. Doch den Bienen ist sie treu geblieben. "Mein Vater hatte immer Bienen in der Heide und im Alten Land. Bienenkörbe sind mir seit meiner Kindheit vertraut", erzählt sie. Nun wollte sich lernen, wie ein solcher Korb entsteht und hat sich für den Korbflechterlehrgang des Imkervereins
Uelzen im Museumsdorf Hösseringen angemeldet. Schwägerin Silvia Müller und Nichte Elena hat sie gleich mitgebracht. Die beiden sind natürlich auch Bienen-Fans. "Wir haben ganz schön viele Bienen. Ich bin schon oft gestochen worden, aber ich habe trotzdem keine Angst", erzählt Elena, die eine kleinen Korb flechten möchte.  Sorgsam bündelt sie dafür  langes Stroh und biegt es schneckenförmig zu einem Kreis, bis eine runde Scheibe entsteht. "Bienen sammeln Nektar, machen Honig und bestäuben die Apfelbäume", weiß die Siebenjährige.
"Schutzengel" der drei Damen ist an diesem Tag Johannes Bodach, Imker aus Wichtenbeck. Bei ihm liege die Imkerei ebenfalls in den Genen, meint er, schon die Großväter beider Elternteile hätten Bienen gehalten, der Opa war sogar Vorsitzender des Imkervereins im Landkreis. Für das Museumsdorf hat er vor einigen Jahren einen Bienenzaun gebaut. Der heutige Kreisimker, Hermann Hilmer aus Dreilingen, kann mit dem Erfolg seines Lehrgangs jedenfalls vollauf zufrieden sein. Und wer ihn diesmal verpasst hat - nächstes Jahr im April ist es wieder soweit!

Donnerstag, 24. April 2014

Impressionen vom Osterfeuer


Unser Suderburger Osterfeuer ist ruhig und harmonisch verlaufen - es war ein wirklich schöner Vor-Osterabend! Peter Nast und sein Team hatten hervorragende Vorarbeit geleistet (das Feuer loderte hell und heiß auf, nur wenig Asche bleib zurück). Dirk Sommerfeld und seine Feuerwehrkameraden hatten üppig Getränke und Leckeres vom Grill parat, die "Süße Frau" war auch wieder mit ihrem Wagen da, und für das
Kinderfeuer hatte Günther Schröder ausgesuchtes Anmachholz bereit. Danke auch noch einmal an Lutz Beplate-Haarstrich, dass wir in diesem Jahr seine Moorwiese nutzen durften!
Infos und Fotos: Jürgen Wrede

Montag, 21. April 2014

Das Buschwindröschen

Die Blume die am Waldessaum steht unter Büschen unterm Zaun,
sie blüht weiß zur Osterzeit erfreut das Auge wie ein Hochzeitskleid.

Buschwindröschen wird sie genannt auch als Osterblume wohl bekannt,
wenn sie blüht dann ist der Frühling da und das wieder Jahr für Jahr.

Sie wird nicht viel besungen vom Dichter kaum genannt,
Doch ist sie für den Wanderer als Frühlingsbot bekannt.

Sie blüht dort ganz im Stillen und freut sich auf den Mai,
doch ist er dann gekommen ist ihre Zeit vorbei.

Leider habe ich dieses schöne Gedicht von Maxemilian Krooger erst heute gefunden. Ich finde aber, es passt trotzdem noch, auch wenn das Osterfest nun schon fast vorbei ist. Die Buschwindröschen werden ja noch ein paar Tage zu sehen sein. Diese hier haben wir am Wegesrand zwischen Eimke und Oerrel gefunden.
Das Buschwindröschen ist eine der ersten blühenden Pflanzen, die im Frühjahr besonders gerne in Laubwäldern ihre weißen Blütenteppiche ausbreitet. Im Frühsommer ist es mit der Pracht vorbei, dann ziehen die Blätter ein und von der Pflanze ist bis zum nächsten Frühjahr auf dem Waldboden nichts mehr zu entdecken. Buschwindröschen wurden früher in der Volksmedizin zur äußerlichen Behandlung von Gelenkbeschwerden, Brustfellentzündungen und Bronchitis verwendet. Essen sollte man die schönen Pflanzen, die zu den Hahnenfußgewächsen gehören, allerdings nicht, denn sie sind giftig. Ob sie deshalb auch Hexenblumen genannt werden?

Sonntag, 20. April 2014

Ist er's oder ist er's nicht?


Das ist hier die Frage. Doch ja, er ists. Der Jeduttenstein auf dem Blauen Berg bei Suderburg ist heute nicht mehr so offensichtlich groß, dass der Wanderer ihn ohne weiteres zuordnen könnte. Denn ein Teil des gewaltigen Findlings, den die Eiszeit vor Tausenden von Jahren aus Skandinavien in die Lüneburger Heide (die damals noch gar keine Heide war) mitgebracht hat, wurde 1848 gesprengt und als Baumaterial für die Eisenbahnbrücke bei Bevensen-Medingen verwendet. Der Hunger nach Steinmaterial für den Straßen- und Brückenbau war damals, in der Zeit der beginnenden Industrialisierung, groß und forderte nicht nur Tribut in Form unzähliger Findlinge, sondern auch zahlreicher Großsteingräber aus der Jungsteinzeit.

Der kleine Bruder vom Jeduttenstein aber blieb erhalten. Er liegt noch heute auf dem Blauen Berge bei Suderburg und erinnert an eine Sage aus alter Zeit. Sie erzählt, dass der Heidekönig, der auf der Suderburger Burg lebte, sich vor dem Ansturm seiner Feinde nicht mehr zu retten wusste. Um seiner Tochter, einer wunderschönen Prinzessin, das Leben zu retten, schloss er sie in einen großen Findling ein – den Jeduttenstein. Einst werde ein Jüngling aus königlichem Geschlechte kommen und ihm werde es gelingen, mit dem Schlag einer Gerte den Stein zu öffnen und das schlummernde Königskind zu erwecken. Dann werde das Paar den Thron des alten Heidekönigs besteigen und über das weite Heideland regieren. Leider glaubten die Menschen später nicht mehr daran.

Eine Wanderung zum Jeduttenstein ist aber immer noch ein lohnendes Ziel. Auf der Straße von Suderburg in Richtung Uelzener Kreisel biegt man schon kurz hinter dem Ortsausgang rechts ab. Entlang einer Ackerfläche führt der Weg zum Blauen Berg. Kurz nach dem Eintritt in das Kiefernwäldchen heißt es zunächst, sich links zu halten und dann rechterhand in Richtung Bergkuppe steigen. Der Jeduttenstein liegt am rechten Wegesrand. Wer ihn verpasst, braucht sich dennoch nicht zu ärgern. Der Aufstieg lohnt allemal, denn der Blaue Berg, die höchste Erhebung im Suderburger Land, ist ein wunderbares Wandergebiet zwischen Hardautal und Bornbachtal.

Donnerstag, 17. April 2014

Alter Schafstall neu genutzt


Wer mit seinen Ausflugsplänen zum Osterfest noch unentschlossen ist, könnte doch einmal in Eimke vorbei schauen. Hier steht nicht weit vom Ortsrand ein super renovierter Hofschafstall. Diese Ställe prägten über Jahrhunderte die Ortslagen in der Lüneburger Heide. Der Ständerbohlenbau steht am Apfelweg und wird für Feste und Feiern des Ortes genutzt.
Heute sind derartige Gebäude als Schafställe meist nicht mehr erkennbar, da sie bereits im 19. Jahrhundert in der Regel als Scheune umgenutzt worden sind. Die Außenschafställe mit ihrem weit herunter gezogenen Dach dagegen prägen noch heute das Image der Lüneburger Heide, unter anderem auf den Schildern an den Autobahnen, doch auch sie verschwinden zunehmend.

Mittwoch, 16. April 2014

Schäfchen im Trockenen

Noch muss Schäfermeister Jahnke seine Schäfchen nicht ins Trockene bringen, aber das kann sich ganz schnell ändern. Denn pünktlich zum Osterfest soll die Sonne sich ja verabschieden und dicken Regenwolken Platz machen. Da wir daran ohnehin nichts ändern können, freuen wir uns lieber über den Anblick der großen Herde, die neulich wieder einmal auf der großen Wiese zwischen Hösseringen und Suderburg graste.
 In der Herde ist derzeit ganz schön was los, denn es ist Lammzeit. Ich finde es immer wieder eindrucksvoll, wenn sich die zarten Stimmchen der Lämmer mit dem dumpfen Blöken ihrer Mütter zu einem vielstimmigen Kanon mischen.
Unsere Hausschafrassen stammen vom armenischen Mufflon ab und gehören mit den Hunden, Rindern und Ziegen zu den ältesten und wichtigsten Haustieren.
Wohl deshalb haben Schafe eine besondere Bedeutung in Kunst, Kultur und Religion. Ein Schaf kann sich übrigens mehr als 50 Gesichter von Artgenossen über zwei Jahre merken und schon Lämmer lernen zu unterscheiden, welches Futter ihnen guttut. Vom dummen Schaf kann also keine Rede sein. Bleibt die Frage, woher wohl die Redewendung kommt, dass es gut ist, wenn man seine "Schäfchen ins Trockene bringt".

Dienstag, 15. April 2014

Osterfeuer und Pascheier


In uns' Gegend ist dad Mod, das wir alle Johr en Osterfür maken doht. Spruch aus der Heide
Bald ist es soweit: Nach alter Tradition werden in vielen Orten Norddeutschlands abends am Ostersonnabend die Osterfeuer entzündet. Deshalb wird dieser Tage auch im Suderburger Land in etlichen Dörfern schon das Brennmaterial zusammen getragen.

Auch die Ostereier (Pascheier) gehörten früher wie heute zum Osterfest. Früher allerdings wurden in den großen Bauernhäusern Unmengen Eier gekocht, dazu gab es meist Kartoffelsalat. Jeder aß Eier, soviel er konnte und rühmte sich dann seiner Leistung.
Fast vergessen ist der Brauch, frühmorgens am Ostersonntag draußen am Bach Wasser zu schöpfen. Die Menschen glaubten, das Osterwasser habe ganz besondere Kräfte – aber nur, wenn es schweigend geschöpft wurde. In der Südheide wusch man sich auch draußen am Bach und die Dorfjungs machten sich natürlich einen Spaß daraus, die Mädchen mit allerhand Neckereien zum Sprechen zu verlocken. 

Besondere Osterangebote für unsere Gäste: 


im Dorfcafé Alte Schule Hösseringen,
Hinter den Höfen 7
Am Ostersonntag, 20. April und Ostermontag, 21. April von 10 bis 12.30 Uhr

Montag, 14. April 2014

Wenn einer eine Reise tut


... dann kann er was erleben. Heißt es doch so schön im Sprichwort. Wir finden ja, dass man, um etwas zu erleben, gar nicht weit wegfahren muss. Zumindest, wenn man - wie wir - im schönen Suderburger Land zuhause ist. Am Wochenende trafen wir auf unserer Wanderung in Eimke diese lieben Gesellen. Ich tippe mal auf Hausesel, wobei ein ganz weißes Tier sehr selten ist (habe ich jedenfalls gelesen).
Hausesel stammen vom afrikanischen Esel ab und wurden schon früher als Pferde domestiziert, im Nilgebiet bereits um 4000 vor Christus. Als Lasttiere kamen sie wenig später auch nach Europa, nördlich er Alpen sind sie allerdings erst seit römischer Zeit nachweisbar.  Hier bei uns in Norddeutschland sind Esel eher selten, heute ohnehin.
Beim Stichwort Esel fällt mir natürlich auch gleich die Eselsbrücke ein. Und wie gut es ist, dass man beim Lesen am Computer keine Eselsohren produzieren kann. Und außerdem, dass eine Fahrt mit dem Drahtesel am schönsten natürlich im Suderburger Land ist!

Samstag, 12. April 2014

Auf der "Hermann-Löns-Gedächtnisstraße"


Heute sind wir von Eimke aus nach Ellerndorf und von dort aus durch die Heide gewandert. Eine alte Kopfsteinpflasterstraße, von Einheimischen "Hermann-Löns-Gedächtnisstraße" genannt, führt durch das Heidegebiet, das zwischen Eimke und Oerrel an die Bundesstraße 71 grenzt.
In die Heideflächen rechts und links kann man nicht gehen, denn das Areal gehört zum Schießplatz der Fa. Rheinmetall. Der Spaziergang ist trotzdem wunderschön. In Ellerndorf führt der Weg an romantisch-verwunschenen Höfen vorbei und hinaus in die offene Heide, die hier wegen der militärischen Nutzung erhalten geblieben ist und nicht wie in weiten Teilen der Lüneburger Heide aufgeforstet worden ist.
Unterwegs sind uns am Wegesrand einige schöne Schirmkiefern begegnet, auch sie eine alte typische Baumform der Heide und oft bei Hermann Löns erwähnt: "er geht in später Dämmerung einen schmalen Weg, der ihn über eine Wacholderheide führt, und rechts und links und fern und nah stehen gespensterhafte Gestalten, die ihn drohend anstarren, dann weiß er, daß das Land, über dessen rosenrote Pracht er in Entzücken geriet, als er am herrlichen Mittage auf der Kuppe des Hügels unter der Schirmkiefer rastete und es unter sich liegen sah, lachend und lieblich..."

Und dann trafen wir noch diese kleine Gesellin, die sich im warmen Sand sichtlich wohl fühlte und uns forsch ins Auge blickte. Von blind kann bei dieser Schleiche ja wohl keine Rede sein...

Samstag, 5. April 2014

Willkommen!

Gestern wurde der neue Vorstand unseres Tourismusvereins gewählt. Noch einmal vielen Dank für das Vertrauen, dass Ihr in uns setzt. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit!
Foto: Angelica Jansen / Textfabrik