Sonntag, 29. Mai 2016

Tagestourismus ist unsere Stärke

HeideRegion Uelzen zieht Bilanz

Die Gästezahlen steigen, die Übernachtungszahlen halten jedoch noch nicht ganz mit. Das ist der - stark verkürzte – Trend, den Jürgen Clauß anlässlich der Mitgliederversammlung der HeideRegion Uelzen am Montag bekannt gab. „Wir erleben seit zehn Jahren einen kontinuierlichen Anstieg der Gästezahlen, vor allem in Frühjahr und im Herbst. Die Gäste bleiben allerdings weniger lange hier“, so der Geschäftsführer des touristischen Dachvereins für den Landkreis Uelzen. So stünden 0,6 Prozent mehr Gästen im Vorjahr 1,2 Prozent weniger Übernachtungen gegenüber. Ein weiterer Grund hierfür seien der Kurhausneubau in Bad Bevensen und die Aufgabe mehrerer Betriebe mit höheren Bettenzahlen, so Clauß. Hinzu kommt, dass die statistisch berücksichtigten Zahlen kleine Vermieter, die jedoch den Großteil im ländlichen Raum ausmachen, gar nicht erfassen. Insgesamt zählten die Touristiker 4,42 Mio. Übernachtungen im vergangenen Jahr. Lässt man Bad Bevensen außen vor, steht innerhalb der Heideregionen der Heidekreis an erster Stelle der Übernachtungszahlen, bereits an zweiter Stelle gefolgt vom Landkreis Uelzen. „Wir sind das klassische Kurzerholungsgebiet“, fasste es Jürgen Clauß zusammen. Für die Zukunft haben sich die Touristiker vorgenommen, mehr auf Gäste aus dem Ausland zu achten. „Deren Anteil ist in den vergangenen Jahren gewachsen und dieses Potential möchten wir erhöhen“, so Clauß.

Der Entdeckerbus startet in diesem Jahr bereits in die 10. Saison. Mit vier Monaten fuhr er in 2015 einen Monat länger als in den Jahren zuvor und bescherte den Verantwortlichen deutlich höhere Fahrgastzahlen. 25.443 Gäste, davon 2646 Kinder, waren im Vorjahr mit dem Entdeckerbus unterwegs, das sind 30 Gäste pro Fahrt. Insgesamt wurden 4554 Fahrräder transportiert. In dieser Saison wird der Entdeckerbus statt fünf nur noch vier Touren pro Tag absolvieren, so dass die Fahrer in der Genuss einer ausreichenden Mittagspause kommen. Für die Gäste hat die Stadt Uelzen in Zusammenarbeit mit dem Restaurant „Lässig“ im Hundertwasserbahnhof Angebote für die Mittagszeit erarbeitet.
Insgesamt haben Touristen im Tagestourismus 53 Mio. Euro umgesetzt, im Übernachtungstourismus belaufen sich die Umsatzzahlen auf 132 Mio. Euro und bilden damit einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Region.

Als Kernkompetenz für den Fremdenverkehr im Landkreis Uelzen setzen die Touristiker weiterhin auf den Gesundheitstourismus, aber auch das Entwicklungspotential des Radtourismus und das Wandern sollen ausgebaut werden. Darüber hinaus soll der Kulturtourismus stärker in den Fokus gerückt werden.
Nachholbedarf besteht, so Jürgen Clauß, in Sachen digitale Medien. Deshalb solle demnächst die Website für mobile Medien optimiert und das Onlinemarketing ausgebaut werden.
Als gemeinsames Motto für die Zukunft im Landkreis formulierte Jürgen Clauß „Fair vernetzen und gemeinsam mehr bewegen.“

Dienstag, 24. Mai 2016

25 Jahre im Dienste des Tourismus


Ehrung für Jürgen Clauß

„Eigentlich wollte ich damals möglichst schnell wieder weg von hier.“ Jürgen Clauß lächelt bei der Erinnerung an seine ersten Wochen in Uelzen. Im Nachhinein ist er froh, dass es ganz anders gekommen ist, und der Drang, Uelzen den Rücken zu kehren, hatte seinerzeit auch nichts mit der Stadt selbst zu tun. Als Jürgen Clauß, Geschäftsführer der HeideRegion Uelzen, 1990 in die Ulenköperstadt kam, arbeitete seine Frau im Spessart – und das war der Grund für sein Fernweh. Inzwischen sind aus dem ersten Kennenlernen der kleinen Fachwerkstadt in der Lüneburger Heide 26 Jahre geworden, „eine sehr gute Zeit“, wie er zusammenfasst.

„25 Dienstjahre für den Tourismus im Landkreis Uelzen, das möchten wir würdigen, auch wenn es inzwischen schon 26 Jahre geworden sind“, sagte Harald Benecke, 1. Vorsitzender der HeideRegion Uelzen, die am Montag zur Mitgliederversammlung geladen hatte und damit endlich Gelegenheit für die offizielle Ehrung fand.

Sein Fernweh hatte Jürgen Clauß, der seinen Dienst in Uelzen genau am 1. März 1990 angetreten hatte, zum Teil bereits in den Jahren zuvor gestillt. Bevor es ihn in die Heide verschlug, war er ein Jahr lang als wissenschaftlicher Reiseleiter in Australien unterwegs. In Uelzen stand er zunächst der Arbeitsgemeinschaft Fremdenverkehr vor, aus der später die HeideRegion hervorging. „Es waren nicht immer einfache Zeiten“, so Harald Benecke, der vor vier Jahren als Nachfolger von Claus-Dieter Reese den Vorsitz des Vereins HeideRegion Uelzen übernommen hat. Denn immer wieder war die fachliche Arbeit zur touristischen Inwertsetzung der Region von Strukturdebatten überlagert. „Auch der derzeitige Bündelungsprozess wird uns noch bewegen – und er wird eine neue Phase des Tourismus im Landkreis Uelzen einläuten“, kündigte er an.
Dennoch ist in den vergangenen Jahren viel erreicht worden. „Wir haben viele Radwege ausgewiesen und sind mit unserem Radwegenetz sogar zertifiziert worden. Und wir konnten inhaltlich fundierte Wanderwege wie etwa die ‚Zeitspuren’ installieren“, so Jürgen Clauß, der insbesondere die gute Zusammenarbeit mit den Partnern in der Region hervorhob. „Dafür bin ich bin froh und dankbar.“

Ein bisschen Fernweh steckt Jürgen Clauß aber immer noch im Blut – und dem geht er nach, wenn der Touristiker selbst zum Touristen wird. „Dann reisen wir um die Welt, mit einem neuen Ziel in jedem Urlaub.“

Donnerstag, 19. Mai 2016

Nich blots ‚Döntjes vertellen’

Plattsnacker’s ut Hössen feierten 30. Geburtstag

„De Eekboom“ hat ordentlich zugelegt. Davon konnten sich die „Plattsnacker’s ut Hössen“ und ihre Gäste im Rahmen der Feier zum 30. Geburtstag, die kürzlich im Haus am Landtagsplatz stattfand, bei Musik und Tanz überzeugen. Immerhin um vier Zentimeter ist der Umfang des Stammes direkt
über dem Erdboden gewachsen und mit 13,91 Metern Höhe kamen satte 36 Zentimeter zum Vorjahreswert hinzu. Nur bei den Blättern könnte er einen kleinen Zahn zulegen: 8460 Blätter, das sind nur zehn mehr als 2015.

Mit dem Eekbommäten, gemeinsamem Singen und der Suderburger Volkstanzgruppe wurde ein fröhlicher
Geburtstagsabend im voll besetzten Saal von Familie Gerken eingeläutet. Bevor es nach drinnen ging, musste der Vorsitzende der Plattsnacker’s, Wilhelm Feuerhake, allerdings vor den eifrigen Sängern den Hut ziehen und mit seiner Rede warten, bis auch die letzte Strophe des Niedersachsenliedes verklungen war. So viel Zeit musste sein, auch wenn noch viele Gratulanten zu Wort kommen sollten. Zu diesen gehörte Landrat Dr. Heiko Blume, der ebenso wie Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz mit launigen Worten aufwartete. Auf platt natürlich. „Das Plattdeutsche rührt uns an und das muss seinen Grund haben. Für viele Menschen ist das Plattdeutsche noch die Muttersprache“, so Blume.
Bürgermeister Hans-Hermann Hoff machte seine Sache auch gut. Wie man hörte, hatte er für sein Grußwort eigens Plattdeutsch-Unterricht genommen. „Se wulln dat Plattdüütsch in dat Seborger Land bewoohrn. Un so weer dat de Burtstünn vun ‚Plattdüütsch an´ Kamin’ bi de Plattsnacker’s ut Hössen“, schlug er den Bogen in die Anfangszeit der Plattsnacker, machte aber auch klar, dass „Plattdüütsch nich blots ‚Döntjes vertellen’ bedüüt. Nee, ok vun un över TTIP lett sik dat allerbest op Platt resümeern.“
Die Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land, Christine Kohnke-Löbert, ließ lieber die Finger vom Niederdeutschen und überbrachte hochdeutsche Grüße: „Sprache ist viel mehr als Kommunikation, Sprache ist Identität, Sprache ist Geborgenheit und Heimat“, so Kohnke-Löbert, die ebenso wie Pastor Helmut Koopsingraven an Louis Harms, den charismatischen Prediger der Hermannsburger Mission, erinnerte. Koopsingraven hatte aus gegebenem Anlass für alle Gäste Baumkuchen mitgebracht, denn er hatte statt „Eekbom-mäten“ in der Einladung zunächst „Eekbom-äten“ gelesen.
Zu den Geburtstagsgästen gehörte auch Maria Lembeck, Ansprechpartnerin für den Lüneburgischen Landschaftsverband und seit vielen Jahren engagierte Plattsnackerin und -lehrerin, sowie das „Plattdeutsch-Urgestein“ des Landkreises Uelzen, Carl-Friedrich Bautsch. „Wer zwei Sprachen kann, das ist gewiss, dass das kein Döskopf ist“ zitierte Bautsch eine altbekannte Weisheit.

Dann wurde er aber wieder ernst und rezitierte sich mit dem Gedicht „Muddersprok“ in die Herzen seiner Zuhörer, ebenso wie die jungen Tanzmädchen dies mit ihren fröhlichen Weisen taten.
Fliegender Wechsel auf der Bühne war beim Auftritt der Theatergruppe angesagt, die in „Irenes Backsube“ entführte. Hier fanden doch tatsächlich einige Schlaumeier Mittel und Wege, um
Brot und Brötchen zum Sonderpreis zu ergattern. Das geht so: Man bestellt ein Brot von gestern für morgen und holt es heute schon ab. Da musste auch Irene erstmal drüber sinnieren.

Mit Ursel Mirzwa, Anneliese Fromme und Inge Niemann wurden schließlich drei Damen „der ersten Stunde“ ausgezeichnet. Sie hatten bereits den allerersten
Kaminabend der Plattsnacker begleitet und freuten sich, dass das Plattsnacken auch nach 30 Jahren nichts von seiner Aktualität verloren hat. Den Beweis dafür traten die zehn Absolventen des Plattdeutsch-Lehrganges der Kreisvolkshochschule an, die an diesem Abend ihr Diplom erhielten.

Freitag, 13. Mai 2016

Landart gastiert im Carpe Diem

Ausstellung bis zum 18. Juni in Suderburg zu sehen

„Routen verbinden Orte, sie verbinden aber auch Inhalte, Themen und Menschen. Die ‚Lila Route’ rund um Hösseringen verbindet zudem Generationen. All dies gilt auch für diesen Tag und für diese Ausstellung“. Die
Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land, Christine Kohnke-Löbert, freute sich, zur Eröffnung der Fotoausstellung „Rückschau – Landart in Hösseringen“ unter den vielen Künstlern und Gästen auch die Kinder und Jugendlichen des TSV Hösseringen begrüßen zu können. Sie hatten im Rahmen der Landart 2015 unter Anleitung von Brigitte
Burmester ihr eigenes Kunstwerk am Haus des Gastes geschaffen und sind nun mit Fotos davon Teil der Bilderschau, die kürzlich im „Luther’s Carpe Diem“ in Suderburg eröffnet wurde. Mehr als 70 Gäste waren zur Vernissage gekommen, unter ihnen auch der Schirmherr der Ausstellung, Suderburgs Bürgermeister Hans-Hermann Hoff, der einen humorvollen Bogen von der Kunst
in die Provinz schlug.

Mehr als 30 Bilder mit Motiven der „Lila Route“ und zwei Installationen sind im Foyer des „Carpe Diem“ zu sehen, komplettiert wird die Ausstellung von Objektkunst auf der Freifläche an der Bahnhofstraße. Claudia Grönboldt, Sylvia Aevermann, Werner Warnke und Henning Block haben hier ein kreativ-künstlerischen Blickpunkt
und Hinweis auf die Ausstellung geschaffen. „Mit Irmgard Calbows Arrangement haben wir das Thema Wasser ins Haus geholt und in den Kunstwerken draußen sind Heide, Luft und Wald versteckt. Das passt wunderbar zu unserem Suderburger Land und in die Lüneburger Heide“, so Christine Kohnke-Löbert.
Die "Lila Route“ wurde im vorigen Jahr im Rahmen des kreisweiten Projektes "Landart" zwischen dem Ortskern Hösseringen und dem Museumsdorf künstlerisch gestaltet. 31 Stationen waren am Mühlenteich, an den Grundstücken und am Wald- und Wegesrand entlang des Hardautales entstanden und verbanden das Dorf mit der umliegenden Landschaft auf künstlerische Weise. „Die jetzige Ausstellung bietet eine fotografische Rückschau darauf, so wie es dem Landart-Gedanken entspricht“, sagte Katja Schaefer-Andrea, die die Landart im Landkreis Uelzen ins Leben gerufen hat und koordiniert.

Möglich wurde die Ausstellung vor allem dank der vielen Fotos, die Bernd Roggemann aus Hösseringen zur Verfügung stellte. Er hatte mit Kuratorin Marita Rose die Motivauswahl übernommen und den Druck organisiert. Marita Rose unterstrich in ihren Grußworten den verbindenden Gedanken von Kunst, die so auch zu Kommunikation werden kann. „So wie es in Hösseringen geschehen ist. Viele Menschen sind zusammen gekommen und haben gemeinsam etwas Schönes geschaffen.“

Die Ausstellung „Rückschau – Landart in Hösseringen“ wird noch bis zum 18. Juni im Luther’s Carpe Diem in Suderburg zu sehen sein.

Ein kleiner Film von der Geburtstagsfeier

video

Dienstag, 3. Mai 2016

Plattdütsch is keen Museumssprok!

30 Jahr „Plattsnacker’s ut Hössern“

„De Plattsnacker’s ut Hössen“ feiern ihren 30. Geburtstag. Dieser Tag soll am Mittwoch, dem 11. Mai ab 18 Uhr im Haus am Landtagsplatz in Hösseringen mit einem bunten Programm festlich begangen werden.

Gegründet wurden „De Plattsnacker’s“ am 22. April 1986, ebenfalls im Haus am Landtagsplatz, das seither fester Treffpunkt der Liebhaber – und Praktiker – der niederdeutschen Sprache ist. Erster Vorsitzende war Herbert Schröder aus Dreilingen. Seine anfänglichen Bedenken, ob ihr Vorstoß in der Region Resonanz haben würde, konnten schnell ausgeräumt werden, denn
bereits am ersten Abend waren 30 Gäste der Einladung gefolgt und ihre Zahl stieg schnell an.
Auch Hannelore Hachmeister, Inge Niemann, Ingried Christensen und Jürgen Warnecke gehörten zu den Gründungsmitgliedern und waren an der Gestaltung des ersten Treffens beteiligt. Ein Höhepunkt waren damals die oolen plattdütschen Leeder, begleitet von der Treckfiedel mit Ursel Mirswa
und Anneliese Fromme. Nach Herbert Schröder leitete Werner Gade aus Schatensen den Verein über viele Jahre. Einen scharfen Blick auf die Kasse hatte jederzeit „Finanzminister“ Werner Haugrund - und sein Nachfolger Helmut Meyer steht ihm darin gewiss nicht nach.

Seit der Gründung engagieren sich die Plattsnacker’s in vieler Hinsicht um den Erhalt des Plattdeutschen, sei es durch Kurse, Veranstaltungen und Lesewettbewerbe, Vorführungen der Theatergruppe oder Abende mit den Kaminmusikanten. Bis zum Jahr 2005 war die Zahl der Gäste auf 120 pro Monat angestiegen. Neben den monatlichen Treffen in Hösseringen wurden viele Busfahrten durch ganz Norddeutschland unternommen. Bis heute findet jedes Jahr das beliebte „Eekboommeeten“ statt. Dann wird mit feierlicher Umrahmung und mit Gesang und Tanz geprüft, um wieviele Zentimeter die von Werner Gade gestiftete Eiche am Landtagsplatz wieder gewachsen ist und ob sie auch an Blättern und Stammumfang ordentlich zugelegt hat.

Wilhelm Feuerhake.

Mit den Plattdütschkring för Jung und Olt, der von Ilse Nitt ins Leben gerufen wurde, konnten die Plattsnackers vor einiger Zeit auch im benachbarten Stederdorf Fuß fassen. Der derzeitige Vorsitzende der Plattsnacker’s, Wilhelm Feuerhake, hat sich ganz besonders auf die Fahnen geschrieben, die Pflege der plattdeutschen Sprache auch der jungen Generation nahe zu bringen. Er unterrichtet an Schulen und an der Volkshochschule und ist Beauftragter für Plattdeutsch für den Landkreis Uelzen. Wilhelm Feuerhake schreibt selbst Geschichten und liest oft vor. „För dan Nohwuchs möt wie ok sorgen, denn uns Plattdütsch is keen Museumssprok!“, ist sein Motto.